TDM - PSTN und/oder IP Architektur
Die Diskussion, ob eine Migration
von TDM (Time Division Multiplex) bzw. PSTN (Public Switched Telephone
Network), also normaler Sprachtelefonie, auf Voice over IP, sinnvoll
erscheint oder nicht, betrifft die Interaction Center Plattform
nicht. Im Gegenteil: das CIC und
auch das EIC bieten verschiedene Varianten
an. Seit Jahren ist es unseren Kunden unbenommen, ob sie auf der
gleichen oder auf verschiedenen Plattformen VoIP oder TDM fahren.
Der Charme eines Netzwerks, das gleichsam Sprache und
Daten transportiert, liegt auf der Hand. Es ist daher zu prüfen,
inwieweit sich durch die „Converged Networks“ in Richtung
eines Netzwerks wirklich Kostenvorteile realisieren lassen. Bezüglich
der Plattformen CIC und EIC
ist diese Diskussion unnötig. Das System unterstützt jegliche
PSTN/TDM- und VoIP-Variante.
Die wesentlichen Vorteile eines solchen einheitlichen Netzwerks
sind:
- Einfachheit eines Netzwerks anstelle von zwei separaten Netzwerken
bei der Administration
- Einfachheit, Mitarbeiter an Arbeitsplätzen ihrer Wahl
arbeiten zu lassen
- Einfachheit, über das WAN Heimarbeitsplätze als vollwertige
Mitarbeiter einzusetzen
- Einfachheit, den Desktop als Telefon zu nutzen (via Headset)
ohne Telefonendgeräte
- Einfachheit, nur noch eine Integrationsschnittstelle der Front-
und Back-Office-Anwendungen und –Datenbanken entwickeln
zu müssen.
Die bisherigen Hinderungsgründe im Call- und Contact-Center,
die gegen eine wesentlich schnellere Verbreitung des „VoIP“
geführt haben, waren schlichtweg die proprietäre Hersteller,
die sich schwer taten neue VoIP-Technologien anzubieten, weil
schlichtweg das Entwicklungs-Know-how fehlte und
sie daher den eigenen Kunden von „einer solchen schwierigen
Technologie“ abraten mussten. Selbst als die ersten proprietären
Hersteller mit ihren ersten IP-Karten Ende der 90er Jahre
auf
den Markt kamen, erkannten sie, dass die TCP/IP-Architekturen im
LAN und WAN wesentlich komplexer sind als die bisherigen Drahtverbindungen
im PSTN-/TDM-Umfeld. Andere ACD-Hersteller haben schlichtweg nach
dem ersten Versuch ihre IP-Entwicklung komplett eingestellt und
vermarkten stattdessen Produkte von Dritt-Anbietern.
- Die Qualität der Sprache in Echtzeit ist maßgeblich
von der Priorisierung des Verkehrs auf dem Netz abhängig.
Fehlt eine solche Priorisierung der Sprache gegenüber
anderen Verkehrströmen auf dem TCP/IP-LAN leidet die
Qualität
der Sprache. Entsprechend muss ein solches IP-Call- und Contact-Center-System
die „Qualitätspriorisierung“ steuern können,
wozu die meisten Systeme bis heute nicht vollständig imstande
sind.
- Die meisten Anbieter von VoIP-Call-Center-Lösungen verlangen
von ihren Kunden wieder genau das Gleiche, was sie in
den Jahren
zuvor bezüglich der herkömmlichen Call-Center-Technologien
von ihnen verlangten: einen Lieferanten mit proprietärer
Technologie, insbesondere sehr teuren Systemtelefonen.
- Viele solcher proprietären Hersteller verlangen nach dem
„Alles oder Nichts-Prinzip“ die völlige Verabschiedung
von der bisherigen TDM-/PSTN-Struktur.
Aufgrund dieser Gründe war es notwendig,
eine Architektur innerhalb des CIC
und EIC zu entwickeln, die diese Gründe
aufhebt. Der Kunde gewinnt mit dem CIC und EIC komplette Offenheit!
Offenheit, dass er beide Architekturen PSTN/TDM und VoIP nebeneinander
auf dem gleichen Server fahren kann. Die Anwendungen und Schnittstellen,
die er für die eine Architektur entwickelt hat, bleiben unberührt,
wenn der Kunde von einer Architektur zur nächsten wechselt.
Jedes IP-Telefon kann angeschlossen werden, es sei denn es handelt
sich um ein proprietäres IP-Systemtelefon, dass keine offene
Schnittstellen besitzt.
Unabhängige
Produktanalysten, wie Miercom und Network Computing, bescheinigen
der CIC- und EIC-Plattform
deutliche Überlegenheit, was Leistung, Qualität,
Stabilität
und Funktionalität im Vergleich zu VoIP-Anbietern, wie CISCO,
AVAYA und Siemens.
TDM-Architektur
Der CIC- bzw. EIC-Server basiert auf einer offenen Hardware-Plattform
wie Alliance, IBM, HP etc. Die Sprachkarten für TDM/PSTN
beruhen auf standardisierten Intel- und Acculab-Karten. Mehrfache
Karten
für die Sprachverteilung erfolgen über den TDM-BUS, H.100.
Hybrid TDM/PSTN und VoIP mit SIP
Das CIC und EIC
bietet Kunden die Möglichkeit, sukzessiv beide Netzwerke im
Parallelbetrieb auf einem Server weiterzufahren. Zu jeder gegebenen
Zeit kann der Kunde eine zusätzliche Sprachkarte auf dem Server
integrieren, die wie eine Bridge zwischen dem H.100-TDM-Bus und
dem TCP/IP-basierten LAN und WAN agiert.
Das CIC und EIC
waren die ersten Plattformen im Call- und Contact Center-Umfeld,
die SIP reibungslos integrierten. SIP (Session Initiation Protocol)
ist der De-Facto-Standard in der heutigen IP-Telefonie. Damit
wird es mit der CIC- und EIC-Plattform möglich, TDM-/PSTN
und SIP zu jeder Zeit, an jedem Ort anzubieten und offene auf
SIP-basierte
VoIP-Telefone von verschiedenen Herstellern wie Cisco, Siemens
usw. anzuschließen und so die Kostenvorteile zwischen
den Endgeräten
auszunutzen. Zusätzlich können Desktop-PCs oder Laptops,
RTC-Headsets (real-time communications) anstelle von
Telefonendgeräten nutzen, sei es im LAN oder WAN oder über
das Internet.
Nur VoIP mit SIP
Die CIC- oder EIC-Plattform kann selbstverständlich auch
als komplette, reine VoIP-Lösung gefahren werden. Dabei wird
ein Gateway dazu benutzt, um Sprachverkehr aus dem öffentlichen
Sprachnetz in das unternehmenseigene LAN/WAN zu „übersetzen“.
Dies wird in den nächsten Jahren noch interessanter werden,
wenn immer mehr Telefon-Carrier“ reine IP-Verbindungen
anbieten, so dass dann auch das Gateway unnötig wird.
Die CIC oder EIC-Plattformen
enthalten bei einer reinen SIP-Lösung lediglich IP-Karten
und Sprachkarten. Die IP-Karten sind verantwortlich für die
Umsetzung der VoIP-Anrufe auf den internen H.100 Bus. Dies ermöglicht,
Audio aufzunehmen, DTMF zu
erkennen, Spracherkennung durchzuführen, Ansagen abzuspielen
etc.
Gleichsam können mit dem Interactive Gateway in Zusammenspiel
mit dem Interactive Media-Server alle Interaktionen lokal an den
Standorten verteilt, aufgenommen und archiviert werden.
So wird beispielsweise der physische Anruf nicht mehr über das
zentrale CIC-System geroutet. Damit werden die Telekommunikationskosten
dramtisch gesenkt und die eine Skalierbarkeit bis zu 15.000 Agenten
auf einem CIC-Server ermöglicht.
Nur VoIP mit HMP
Zusätzlich zu den obigen SIP-Varianten unterstützt die
CIC und EIC-Plattform
die Lösung von Intel® NetStructure™ Host Media
Processing (HMP). HMP ersetzt die ansonsten benötigten Karten
und reduziert entsprechend die Kosten. Auch der erweiterte Intel’s G.729/723 HMP Software-Standard
wird unterstützt.
Es werden also keine DSP-Karten mehr benötigt, so dass die
Call- und Contact-Center-Infrastruktur deutlich günstiger wird.
Durch HMP können komplette Medien-Services auf einem kostengünstigen
Server angeboten werden.
Cisco
AVVID Integration
Abgesehen von SIP und HMP und PSTN/TDM bietet das CIC
und EIC eine vollständige Integration
mit der CISCO AVVID IP Switching Plattform (AVVID - Architecture
for Voice, Video and Integrated Data). Damit erlaubt das CIC
und EIC, zusätzliche Anwendungen wie
Unified Communication,
Automatische Anrufverteilung (ACD),
Automatischen Sprachdialog (IVR)
und vieles mehr innerhalb einer AVVID-Umgebung anzubieten.
CIC und EIC
bieten zwei Versionen von Telephony Services hierzu an: Die eine
Version kontrolliert über Intel- und Acculab-Karten alle Telefoniefunktionen
(Anruf annehmen, auflegen, Konferenz starten, aufnehmen etc.) Die
zweite Version integriert mit dem CISCO-CallManager, der dann diese
„Telefonie-Kontrollen“ auf Basis von TAPI ausführt.
Wenn CISCO AVVID mit dem CIC-
oder EIC integriert wird, werden die Intel/Dialogic-
oder Aculab-Karten nicht benötigt.
Siehe auch:
Beispielarchitekturen
IP-Center
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